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Lifestyle Interviews | 19.10.2021

Von Geckos und Sandsteinbergen: Auch Etappe zwei beim Cape Epic hält Überraschungen bereit

Die zweite Etappe führte die Fahrer heute über 96 Kilometer von Ceres nach Saronsberg durch das Witzenberg Tal, wobei die Strecke als eine der Königetappen galt. Berühmt ist das Tal durch seine Sandsteinberge, die landschaftlich beeindruckend wirken, für Mensch und Material aber eine besondere Herausforderung darstellen. Auf schmalen Wegen schlängelte sich das Feld dann in Richtung Old Gydo Pass, bevor eine Mischung aus breiteren Straßen und Single Trails ins Tulbagh Tal nach Saronsberg führte.

„Heute hat sich alles schon etwas leichter angefühlt. Ich merke, dass es nach meiner einwöchigen Pause ohne Rad von Tag zu Tag besser läuft. Man hat einfach mehr Spaß, wenn man auch das Gefühl hat, dass etwas vorwärtsgeht. Wir sind halt Rennfahrer, und wenn alles so zäh dahingeht, dann sind wir nicht so richtig in unserem Element. Heute konnten wir den ganzen Tag über ein gutes Tempo halten“, fasst Ben Zwiehoff die zweite Etappe zusammen. Lennard Kämna ergänzt: „Das Pacing hat auch besser geklappt, darum war ich nicht schon nach 30 km am Limit. Außerdem mache ich auch technisch von Tag zu Tag Fortschritte, das hilft schon enorm.“

Allerdings galt auch heute: Nicht der kürzeste Weg wird beim Cape Epic eingeschlagen, sondern der anspruchsvollste. „Eigentlich waren Start und Ziel nur 20 km voneinander entfernt, darum haben die Camper auch bloß eine halbe Stunde gebraucht, während wir über viereinhalb Stunden unterwegs waren“, sagt Ben. Doch ein sichtlich besser gelaunter Lennard kann dem Sightseeing heute durchaus etwas Positives abgewinnen: „Die Strecke war schon sehr cool. Es ist erstaunlich, wie schnell sich hier die Vegetation ändert. In einem Augenblick ist es kahl und du bist auf Sandstein unterwegs, im nächsten ist alles grün und kultiviert. Irgendwie wechselt das ständig, darum sind die Etappen eigentlich auch recht kurzweilig.“ 

DAS CAMP WIRD ZUM ERSTEN MAL ÜBERSIEDELT

Um kurz nach sieben Uhr wurde heute zum ersten Mal das Camp zusammengepackt. „Das ging eigentlich recht flott und auch der Transfer war für uns nur etwa eine halbe Stunde“, beschreibt Mario Lexmüller das Treiben am Morgen. Man bekommt den Eindruck, dass sich Fahrer und Crew generell an das Outdoor-Leben zu gewöhnen beginnen, denn alles wirkt entspannter als noch zu Beginn des Rennens. Der Aufbau in Saronsberg lief dann allerdings nicht ganz so reibungslos. „Das Gelände hier ist wesentlich unebener, daher mussten wir für die Camper schnell mal eine kleine Unterkonstruktion bauen. Zum Glück hatte ich das richtige Werkzeug dabei, denn mit einer Laubsäge wäre das schwierig geworden“, lacht Team-Manager, Mechaniker und Hobby-König Mario. 

Ben und Lennard hatten heute auch eine bessere Nacht, abgesehen von einem kleinen Zwischenfall, als ein Eindringling versuchte sich im Camper breit zu machen. „Ich hatte das Fenster offen. Das hat ein Gecko wohl als Einladung verstanden. Der Kleine ist durchs Fenster gesprungen und in meinem Gesicht gelandet, da bin ich ganz schön hochgeschreckt. Offensichtlich war das aber auch für den Besucher ein Schreck, denn er ist dann gleich wieder nach draußen verschwunden“, erzählt Lennard von seiner Begegnung der etwas anderen Art. „Ich bin da natürlich auch gleich wach gewesen, habe aber zuerst gar nicht so richtig mitbekommen, was passiert ist. In jedem Fall funktioniert jetzt unsere Heizung. Die Nacht war also besser als gestern, trotz des Zwischenfalls“, fasst Ben die Fakten aus seiner Sicht zusammen.

Nach dem Rennen machen die Jungs neben etwas Physiotherapie auch ein wenig Stabilisationstraining. „Alles Outdoor. Wir sind ja schon zu Mittag im Camp, da hat man noch genügend Zeit, etwas Sinnvolles zu tun. Wenn alle Specialized-Fahrer dabei sind, ist das auch ganz lustig“, so Ben über den weiteren Tagesablauf. Es stimmt wohl, dass der eigentliche Ablauf des Cape Epic für die Fahrer gar nicht so viel anders ist als ein Etappenrennen auf der Straße, nur eben alles Outdoor. 

 

Fotos: ©Michal Cerveny 

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